Autobiografie
Am 8. August 1964 wurde ich in Wien geboren. Meine Mutter arbeitete zu dieser Zeit als Friseurin, mein Vater war kaufmännischer Angestellter und ab den 1970er Jahren als Vertreter, Reisender und zeitweise Verkaufsleiter in der Unterhaltungselektronikbranche tätig. 1969 wurde meine Schwester geboren. Nach der Volksschule (Grundschule) besuchte ich acht Jahre das Neusprachliche Gymnasium im 2. Bezirk. Auf diese Zeit gehen meine ersten Schreibversuche zurück; so erinnere ich mich, im Alter von zwölf Jahren ein kurzes Theaterstück verfasst zu haben, das am Gymnasium mit Schulkameraden und der Unterstützung eines Deutschlehrers eine Zeit lang einstudiert wurde, allerdings nie zur Aufführung gelangte. Ernsthaftere literarische Ambitionen entstanden gegen Ende der Mittelschulzeit, als ich, gemeinsam mit meinem Jugendfreund Peter Seifert (1963-1994), Prosatexte und Gedichte bei Jugend-Literaturwettbewerben einreichte. Eine weitere Liebe galt Sprachen und Kulturen. 1981 unternahmen Peter und ich eine einmonatige Reise (Interrail) durch Europa, die uns durch Italien und die Iberische Halbinsel nach Marokko, Frankreich und schließlich Dänemark führte. In den Folgejahren unternahm ich gemeinsam mit meiner späteren Ehefrau mehrere Reisen nach Frankreich, Italien, Andorra und Katalonien.
Nach der Matura (Abitur) und einem Sommeruniversitätsaufenthalt in Tours, Frankreich, begann ich 1982 ein Dolmetschstudium für die Sprachen Französisch und Italienisch, das ich 1989 als Kurzstudium für Übersetzer abschloss. Von 1983-88 studierte ich zudem Romanische und Deutsche Philologie; dieses Studium beendete ich mit dem österreichischen Magistergrad für Philosophie. Die Germanistik an der Wiener Universität bot mir außerdem die Möglichkeit, Jiddisch in einem gewissen Ausmaß zu lernen und mich intensiv mit jüdischer Kultur zu befassen. Meine Diplomarbeit in Romanistik verfasste ich zum Thema Das Bild der Katalanischen Länder in der französischen Literatur ab der Romantik; die Arbeit wurde auf Französisch geschrieben. Noch vor dem Ende der Studienzeit nahm ich eine Tätigkeit als freiberuflicher Übersetzer auf und spezialisierte mich auf Technik, insbesondere Computertechnik. Von 1998-2002 absolvierte ich ein Fachhochschulstudium für Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung, das mir auch Grundkenntnisse in Russisch vermittelte.
Ende der 1980er Jahre begann ich, als Selbständiger an IT-Bildungszentren Computersoftware zu unterrichten, und schrieb nebenbei Sachbücher zu Anwendungssoftware; das erste dieser Bücher, zur Textverarbeitung WordPerfect, erschien 1989 im deutschen Data Becker Verlag und ein Jahr später in niederländischer Übersetzung. Bis 2004 kamen neun IT-Bücher heraus. Meine freiberufliche Schulungstätigkeit endete 1996, als Änderungen des österreichischen Sozialversicherungsgesetzes die berufliche Selbständigkeit von nicht in Wirtschaftskammern organisierten und daher sozialversicherungstechnisch nicht oder nur unzureichend erfassten Personengruppen vorerst unterbanden. Noch im selben Jahr (1996) fand ich eine Anstellung bei einem multinationalen IT-Unternehmen, für das ich bereits in den vergangenen Jahren Schulungen für Office-Produkte und Betriebssysteme durchgeführt hatte. Im Herbst 1999 verbrachte ich sechs Wochen in Nordkarolina in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo, in Zusammenarbeit mit drei Kollegen aus den USA und Italien, ein Fachbuch in englischer Sprache über PC-Server entstand. Ab 2002 verlagerte sich meine Tätigkeit ins Projektmanagement, zumeist im Rahmen von Ausbildungsprojekten für öffentliche Kunden in Österreich. Die Übersetzungstätigkeit führe ich bis heute auf freiberuflicher Basis weiter, allerdings in einem sehr reduzierten Ausmaß.
Während der 1990er Jahre verfasste ich über hundert Fachartikel für österreichische, deutsche und britische EDV-Zeitschriften. Rückblickend betrachte ich diese Phase als einen wichtigen Schritt hinsichtlich meiner stilistischen Weiterentwicklung. Eine gewisse Wiederzuwendung zur Philologie, insbesondere der Katalanistik, erfolgte nach der Jahrtausendwende, als ich Artikel in romanistischen Fachzeitschriften veröffentlichte, etwa in der bundesdeutschen Zeitschrift für Katalanistik (Revista d'Estudis Catalans) und in der österreichischen Europa Ethnica.
Ich habe vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter, mit denen ich ausschließlich französisch spreche, da mir ihre zweisprachige Erziehung ein Anliegen ist.
1982 erhielt ich den Hauptpreis für Literatur des Großen Österreichischen Jugendpreises. Der Gewinnertext, eine Novelle, welche die Bekanntschaft eines Zivildieners mit einem während der Nazizeit verfolgten jüdischen Pensionisten beschreibt, wurde 1983 in Fortsetzungen in der deutschsprachigen israelischen Tageszeitung Israel-Nachrichten abgedruckt. Hans Weigel hatte sich als Mitglied der Preisjury sehr angetan über den Text geäußert. Rückblickend empfinde ich diesen frühen Erfolg jedoch als eher hinderlich für meine schriftstellerische Entwicklung, weil er mir selbst ein falsches Bild hinsichtlich der damaligen Qualität meiner Texte vermittelt hat. 1987 trat ich dem Österreichischen Schriftstellerverband bei. Den 1988 vom Ersten Österreichischen Jugendpreis ausgezeichneten Roman Nils stellte ich trotz jahrelanger Arbeit daran niemals fertig; der Romanbeginn erschien 1992 in der Zeitschrift Literatur aus Österreich, und ein paar Teile des bruchstückhaften Rohtextes übernahm ich in meine Tagebuchaufzeichnungen, die ich seit Beginn der 1980er Jahre mehr oder weniger regelmäßig führe.
Mit der Geburt meines ersten Sohnes und der Ausübung von Brotberufen trat die Literatur zwangsläufig in den Hintergrund. Während der 1990er Jahre publizierte ich literarische Texte nur sporadisch. Allerdings begann in dieser Zeit meine Arbeit am Roman Feuers Geraun. Zwei Kapitel daraus druckte die oberösterreichische Literaturzeitschrift die Rampe in einer frühen Fassung in den Jahren 1994 (Der Schreiber von Aram) und 1997 (Das Gesetz) ab. Etwa ab 2004 wandte ich mich wieder intensiver dem Schreiben zu und veröffentlichte häufiger. Ende 2006 trat ich der Grazer Autorinnen Autorenversammlung bei, seit 2010 bin ich auch Mitglied des katalanischen Schriftstellerverbandes Associació d'Escriptors en Llengua Catalana.