Lesungsnotizen
Wiener Sargfabrik, 14. Mai 2013
Vier neue Bücher im Arovell Verlag: vier Lesungen. Die Buchpräsentation in der Sargfabrik bringt nicht nur Literatur, sondern auch Musik, nämlich von JUM - Jazz Und Mehr. Die Autoren lesen jeweils zweimal, sodass die Anwesenden Lyrik und kurze Prosastücke oder Erzählungen sowie ebenso kurze Musikstücke genießen können.
Nicole Mahal, Nora Vedra und Klaus Ebner lesen Kurzgeschichten und Prosa, Martin Dragosits liest aus seinen Gedichten. Alle Texte liegen seit Februar im Arovell Verlag auf. Der Büchertisch bietet allerdings mehr, da die Autoren auch ältere Buchpublikationen mitbrachten, teils ebenfalls aus dem Arovell Verlag, teils bei anderen Verlagen erschienen.
Das Café der Sargfabrik ist mit den über dreißig Anwesenden gewissermaßen rammelvoll. Da es aber ein sehr milder Frühlingsabend ist, stehen alle Türen weit offen. Im kleinen Rahmen gibt es ein Kommen und Gehen, denn auch von draußen, knapp bei der Tür, kann man den literarischen Darbietungen lauschen.
Leider ist dann um zehn Uhr Schluss. Musik darf zu dieser Stunde nicht mehr sein, und so endet das bis ins kleinste Detail perfekt durchgeplante Abendprogramm. Publikum und Autoren bleiben allerdings noch sitzen, trinken Kaffee, Mineralwasser und Bier, tratschen über Literatur und die Welt, und so manches Buch wechselt seinen Besitzer. Mit anderen Worten: Schön wars!
Kunstraum Ewigkeitsgasse u. Yppenplatz
Wien 10. Mai 2013
Zum achtzigsten Mal jährt sich der Beginn der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten. Die Bücher einer Reihe heute bekannter wie auch unbekannter Autorinnen und Autorinnen landeten damals auf dem Scheiterhaufen. Und wie wir alle wissen, hat sich Heinrich Heines Aussage, wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen, sehr bald danach bewahrheitet.
Etwa dreißig Autorinnen und Autoren trafen zuerst im Kunstraum Ewigkeitsgasse im 17. Wiener Gemeindebezirk zusammen, um aus den Werken der Verbrannten und Geächteten zu lesen. Die meisten der Anwesenden begaben sich dann in den Roten Salon am Yppenplatz, um aus eigenen Werken zu lesen. Leider dezimierte das verregnete Wetter die nicht-selbst-schreibende Zuhörerschaft sehr radikal, sodass die Veranstaltung gewissermaßen familiär blieb. Nach den Lesungen am Yppenplatz ging es wieder zurück in den Kunstraum, wo der Abend mit einem Klavierkonzert seinen Ausklang fand.
Gasthaus Am Kalvarienberg, Wien 5. April 2013
Zweifellos ist das Kulturnetz Hernals eine kulturelle Institution des Bezirks. Zugegeben, wir sprechen hier nicht von der großzügig subventionierten »Hochkultur«, sondern von einer Gruppe engagierter Autoren, bildender Künstler und Musiker, die es sich nicht nehmen lassen, ihre Kunst nicht nur zu leben, sondern ihre Umgebung daran teilhaben zu lassen.
Am 5., 6. und 7. April findet Rundum Literatur statt, drei Abende, vollgepackt mit Literatur von Autorinnen und Autoren des Bezirks und aus anderen Teilen der Republik, mit musikalischen Einlagen und einer Vorstellung des Verlagshauses Hernals, das nach der 5er Edition nun auch eine 17er Edition plant; das ist eine Anthologie mit Texten von im Bezirk ansässigen Schreibenden, wie Herausgeber Harald Pesata erklärt.
Nach der Einleitung von Roman Lechner, dem Obmann des Kulturnetzes, geleitet Daniela Schmeiser durch das Programm, stellt die Autorinnen und Autoren jeweils mit Angaben zu ihrer Biografie und dem literarischen Schaffen vor.
Der Abend gerät bunt, denn es wird eine ganze Menge geboten. Peter Bosch, Norbert Mayerhofer, Lisa Eder, Klaus Ebner und Claudia Rismondo präsentieren Lyrisches und Prosaisches, Dialektliteratur, Humoristisches und Ernstes. Die Mischung aus Hernalser und Gastautoren sorgt für Themen mit und ohne Bezug zum Bezirk.
Die musikalischen Klangerlebnisse und kurze Pausen lockern das Programm gekonnt auf und geben Raum für persönliche Gespräche zwischen Publikum und Vortragenden. Danach mündet die Veranstaltung nach neun Uhr in geselliges Beisammensein.
Salon für Kunstbuch, Wien 13. März 2013
Seit ihrer Gründung veranstaltet die Grazer Autorinnen Autorenversammlung sogenannte Massenlesungen, das sind Lesungen mit zwanzig und dreißig Autorinnen und Autoren, denen dann jeweils bloß fünf Minuten zur Verfügung stehen, ihre Texte zu präsentieren. Lyrik im März findet alljählich ... im März statt.
Dieses Jahr im 21er Haus, im Salon für Kunstbuch, gleich gegenüber der Megabaustelle des Wiener Zentralbahnhofs. Trotz der vielen Lesenden wird der Rahmen von 18:00 bis 21:00 exakt eingehalten, allerdings sind die drei Stunden ein Lesemarathon, der lediglich durch Gerhard Jaschkes Einleitungen und Vorstellungen unterbrochen wird, der die gesamte Lesung, wie auch in den Jahren davor, moderiert.
Das Publikum ist groß – überraschend groß – mit deutlich mehr als hundert Anwesenden, doch sind die meisten der Zuhörenden wiederum Autorinnen und Autoren. Was einerseits die Verbundenheit der GAV-Mitglieder herausstreicht, zeigt wohl andererseits, wie grotesk die Literaturszene heutzutage sein kann: Autoren schreiben für Autoren, Autoren lesen für Autoren. Die literarisch interessierte, selbst nicht schreibende Zuhörerschaft scheint sich heute lieber hinter Computerspielkonsolen und Fernsehern zu verschanzen, denn sie hat sich verlaufen. Was aber ist eine Massenlesung ohne ihr Massenpublikum?
Natürlich war Lyrik im März inhaltlich wieder ein hochinteressanter Abend. Zahlreiche sehr unterschiedliche Herangehensweisen ans Gedichteschreiben, jede Autorin und jeder Autor mit einer ganz eigenen Stimme – freilich nicht nur im Vortrag, sondern insbesondere in lyrischer und sprachlicher Hinsicht. Große Namen wie Friederike Mayröcker, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Robert Schindel und Bodo Hell, bekannte und weniger bekannte Poeten, gemäß dem Anspruch der Autorenvereinigung, bei ihren Veranstaltungen niemanden zu bevorzugen oder umgekehrt eben zu benachteiligen.
Die diesjährige Veranstaltung (und nicht nur diese) ist gleichzeitig das vierzigjährige Jubliläum der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Eine ehrwürdig lange Zeit in unserer schnelllebigen Welt. Zu diesem Anlass liegt eine neue Broschüre von Andreas Renoldner auf, in der überblicksartig diese 40 Jahre Geschichte vorgestellt und beleuchtet werden. Da ist die Rede vom Konflikt mit dem Österreichischen PEN in den Siebzigerjahren, von der daraus resultierenden Gründung in Graz, von den ersten Vorständen H. C. Artmann, Gerhard Rühm, Ernst Jandl, Heimrad Bäcker und Heidi Pataki, von der Gründung der IG Autorinnen Autoren durch Gerhard Ruiss und Hannes Vyoral, und vom steten Anstieg der Mitgliederzahlen. Eine Broschüre, die gerade zur rechten Zeit fertig wurde und ein Licht auf die Jahre wirft, die vor allem den jüngeren Autorinnen und Autoren kaum geläufig sind.
Den Abschluss des Lesemarathons bildet ein Text von Rolf Schwendter, dem derzeitigen Präsidenten der GAV, der die Veranstaltung jedes Jahr von Neuem ins Leben ruft. Sein Gedicht handelt natürlich von dem von ihm vorgegebenen Thema »Eine Veranstaltung kommt selten allein«, an das sich die meisten Lesenden – auch das ist inzwischen Tradition – nicht gehalten haben.
Nach der Lesung finden zahlreiche persönliche Gespräche statt. Ein Teil der Anwesenden zieht sich dann zur Gastronomie im Untergeschoß des Hauses zurück und lässt dort den Abend – rhythmisch berieselt von viel zu lauter Musik – gesellig ausklingen.
ÖGL, Wien 11. Oktober 2012
Die Lesungen in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Palais Wilczek in der Wiener Innenstadt haben eine lange Tradition; unter anderem auf der Webseite der ÖGL ist diese dokumentiert. Am 11. Oktober 2012 sind Friedrich Hahn und Klaus Ebner geladen. Hahn liest aus einem Roman und Ebner aus Reise-Essays.
Marianne Gruber, die Präsidentin der Gesellschaft, stellt die Autoren jeweils vor, bevor es dann zur eigentlichen Literatur geht.
Im Foyer befindet sich der Büchertisch, der zum Blättern und Kaufen einlädt. Natürlich finden sich hier auch Informationen zum reichen Veranstaltungsprogramm der Gesellschaft, diverse Broschüren und eben Bücher.
Zum Ausklang gibt es persönliche Gespräche mit den Autoren, allerdings verläuft sich das Publikum an diesem Abend doch rasch – denn die guten Restaurants der Inneren Stadt sind verlockend!
Galerie Heinrich, Wien 25. Juni 2012
Zu einer Sommerlesung lud der Österreichische Schriftstellerverband diesmal in die Galerie Heinrich im sechzehnten Wiener Gemeindebezirk. Galerie Heinrich ist eine Institution, die am Beginn der Thaliastraße Raum für Kultur nebst einer kleinen Ausschank bietet. Das Veranstaltungsprogramm verrät eine enge Kooperation mit den Wiener Festwochen, doch gibt es zusätzlich Musik- und Literaturveranstaltungen, wie eben die heutige des Schriftstellerverbandes.
Drei Autoren des Verbandes bestreiten den Abend. Die Präsidentin des OeSV, Frau Dr. Sidonia Binder, hält eine einleitende Rede und stellt zudem jeden Lesenden mit biobibliografischen Informationen vor. Diese Informationen können die Zuhörenden freilich auch in gedruckter Form mitnehmen.
Den Anfang der Textvorstellungen macht Klaus Ebner mit Auszügen aus seinen Reiseessays, die unter dem Titel Dort und anderswo im Welser Mitterverlag erschienen sind. Dagmar Fischer schließt mit Lyrik an. Ihr Band los gesagt kam im ebenfalls oberösterreichischen Verlag Edition Art Science heraus. Den Abschluss bildet der aus Argentinien stammende Lidio Mosca-Bustamante mit Proben aus seinen neuesten Erzählungen Tango Kontinuum.
Alles in allem erlebt das Publikum einen ausgewogenen literarischen Abend, der vieles bietet, vom literarischen Essay über empfindsame Lyrik hin zu Erzählungen, die Einblicke in eine südamerikanische Gesellschaft bieten.
Die eineinhalb Stunden Lesung vergehen sehr rasch, und danach finden sich Autoren und Zuhörerschaft im Vorraum wieder, in der Schenke, um bei einem Glas Wein oder Mineralwasser Gedanken auszutauschen. Die Galerie Heinrich erweist sich somit einmal mehr als ein Ort kultureller Begegnungen.
Café Kafka, Wien 23.04.2012
Welttag des Buches. Zehn Autoren des Driesch-Verlages geben Kostproben aus ihrem literarischen Schaffen. Das kleine Café im Wiener Innenbezirk ist zum Bersten voll, die Kellnerin hat alle Mühe, sich zwischen Autoren und Zuhörenden durchzuwuzeln.
Bei dieser Menge von Autorinnen und Autoren gibt es natürlich alles: Gedichte und Prosa, Geschichten und Theaterdialoge sowie Auszüge aus Essays; sogar Englisches kommt vor und eine Präsentation, die an Performance grenzt. Die Vortragenden haben alle bereits in der Literaturzeitschrift Driesch oder im gleichnamigen Verlag publiziert, das verbindet sie auf gewisse Weise.
Die Lesung zum Welttag des Buches hat inzwischen Tradition, und wer sie besucht, weiß, welch buntes Kaleidoskop literarischer Produktion sie oder ihn erwartet. Auch nach den Lesungen und Worten des Verlagsleiters zur Zeitschrift, die sich inzwischen im dritten Veröffentlichungsjahr befindet, gehen die Gespräche zwischen Schreibenden und Zuhörenden weiter.
Das Einzige, was man an dieser Lesung theoretisch bekritteln könnte, ist, dass für jede Autorin und jeden Autor natürlich nur ein paar Minuten bleiben, damit der literarische Abend nicht jeden Rahmen sprengt. Zum Glück schafft der Büchertisch da Abhilfe.
Galerie Zeller, Stammersdorf 20.04.2012
Das Künstlerehepaar Zeller lud zu einer Lesung in die hauseigene Galerie. Klaus Ebner liest bereits zum zweiten Mal in Stammersdorf, vor einem kleinen, interessierten Publikum. Zu diesem Anlass gibt es Lyrik und Kurzprosa, aber auch Ausschnitte aus den beim oberösterreichischen Mitterverlag erschienenen Reise-Essays gibt es zu hören.
Erlebnisse auf Korsika werden schließlich zwischen den Anwesenden ausgetauscht, denn nicht nur einer der Reise-Essays erzählt davon, sondern mancher im Publikum hat die Insel ebenfalls kennengelernt und vergleicht nun das Selbsterlebte mit dem Essay des Buches Dort und anderswo.
Der Autor erzählt noch weitere Anekdoten rund um seine Geschichten und um die Erlebnisse, die er in den beschriebenen Ländern gewonnen hat. Die so entstehenden Gespräche werden zum Buffet fortgesetzt, und den Abschluss bilden weitere Texte aus den Büchern des Wiener Autors.
Das Ambiente lädt wie gewohnt zum Betrachten der künstlerischen Arbeiten von Eva und Manfred Zeller ein, Gegenständliches und Landschaften ebenerdig und Abstraktes im Hochgeschoß. Die Gedichte und Prosatexte, die Klaus Ebner zu Aquarellen von Manfred Zeller schrieb, wurden natürlich auch in die Lesung eingeflochten und lassen das Publikum eine ganz besondere Wechselwirkung zwischen Bild und Sprache erleben.
Köllazega, Großengersdorf 23.03.2012
Literatur und Heuriger, aber mehr noch Literatur und Kunst. Bereits seit drei Wochen stellte Manfred Zeller in Großengersdorf Aquarelle aus, und am 23. März wurde zu einer Lesung mit Klaus Ebner geladen. Er trug einleitend Gedichte und Prosatexte vor, die zu Zellers Bildern geschrieben wurden – Einsichten eines Betrachters, der sich nicht immer sklavisch an den realen Gegenstand der Bildnisse hielt und so seine eigenen Empfindungen zum Ausdruck brachte, die aus dieser Berührung zwischen Kunst und Literatur entstanden.
Galerie Zeller, Stammersdorf 07.12.2011
In Stammersdorf ganz im Norden von Wien gilt die Galerie des Künstlerehepaars Zeller bereits als Institution. Regelmäßig veranstalten Eva und Manfred Zeller kulturelle Veranstaltungen, die Verquickung von Malerei, Musik und Literatur liegt ihnen ganz besonders am Herzen. Am heutigen Abend gibt es eine Lesung des Wiener Schriftstellers Klaus Ebner, der im Ambiente der Zellerschen Aquarelle und Ölbilder aus seinen Büchern liest. Ein Buffet rundet die Veranstaltung ab und bietet nicht nur nach dem Vortrag, sondern, wie sich herausstellt, auch mitten drin im Rahmen einer Pause Gelegenheit zu anregenden Gesprächen über Kunst und die Welt.
Manfred Zeller stellt den Autor mit zahlreichen biografischen Informationen vor und zeigt immer wieder Parallelen zu seinen eigenen künstlerischen Erfahrungen auf. Dazu passt dann auch die Erzählung Der Ruch von Kaffee, die der Autor gleich am Beginn zum Besten gibt. Weiter geht es mit Kurzprosa und Gedichten. Denn vor allem die Lyrik hat es dem Publikum angetan.
Klaus Ebner trägt aus zwei Lyrikbänden vor, einer davon zweisprachig, denn die enthaltenen Gedichte hat der Autor, wie er mit vielen Anekdoten erzählt, auf Katalanisch geschrieben und dann selbst ins Deutsche übersetzt. Im zweiten Teil der Lesung gibt es auch einen Reise-Essay aus einem erst vor Kurzem erschienen Buch, und dieser führt das Publikum nach Kärnten, oder genauer: ins deutsch- und slowenischsprachige Kärnten.
Das Publikum blieb zwar klein, ist aber überaus interessiert, nicht nur an den literarischen Texten, sondern auch an den Entstehungsgeschichten, die der Autor zwischendurch erzählt. Obwohl der Leseabend bis in die Nachstunden andauert, lässt die Aufmerksamkeit zu keinem Zeitpunkt nach. Manfred Zeller trägt zum Ausklang noch seine lyrischen Gedanken zu einem Spaziergang in der Umgebung vor, den er tagsüber unternommen hat. Und schließlich erfreut sich auch der Autor noch an den in zwei Stockwerken ausgestellten Exponaten des Künstlerehepaars, bevor er mit einer der letzten Straßenbahnen ins Zentrum Wiens zurückfährt.
Landesbibliothek NÖ, St. Pölten 04.11.2011
Wieder lud die Literarische Gesellschaft zu einer Autorenlesung, diesmal zum Tagebuchtag, also darf man Aufzeichnungen aus Tagebüchern erwarten. Gleich in der Einleitung ist zu erfahren, dass die Beiträge der Autorin und der Autoren sehr unterschiedlich sind. Den Beginn macht Manfred Lagler mit sehr persönlichen und spirituellen Erfahrungen, die er in Form von Tagebucheintragungen niedergeschrieben hat. Immer wieder Zitate von anderen Autoren und Philosophen, die er gekonnt in die eigenen Überlegungen einflicht. Danach trägt Klaus Ebner Reiseberichte vor. Sie stammen, wie er dem Publikum erläutert, zu einem guten Teil aus seinen Tagebuchaufzeichnungen. Das soeben erschienene Buch Dort und anderswo sammelt eine ganze Reihe von Reise-Essays, und der Autor erklärt, dass er nicht selten Teile seines Tagebuches zu solchen Essays umarbeitet und erweitert. Der vorgetragene Text führt ins Roussillon, das auch als Nordkatalonien bezeichnet wird. Zum Vergleich oder als Kontrast liest er noch Aufzeichnungen zur französischen Touraine, wie sie direkt im Tagebuch stehen. Den Abschluss des Lesetrios bildet Doris Kloimstein, die Kennern der Literarischen Gesellschaft St. Pölten ja schon seit Langem bekannt ist. Ihr Tagebuch ist ein ganz Spezielles, nämlich das imaginäre Tagebuch eines Pferdes. Überlegungen des Tieres zu seinen Reitern, die sich unterschiedlich geschickt anstellen und so die Laune des Reittiers auf die eine oder andere Weise beeinflussen, und das sorgt natürlich für den einen oder anderen Lacher. Die wunderbarste Erkenntnis dieses Abends ist wohl die, wie viel man in einem Tagebuch literarisch anstellen kann und wie bunt und vielfältig die Ideen unserer Autorinnen und Autoren sind.
Den gewohnten Ausklang bietet ein kleines, aber traditionelles Buffet mit Brot und Aufstrich, und natürlich darf auch der Büchertisch nicht fehlen. Viele persönliche Gespräche entstehen, die Literaten plaudern von ihren Erfahrungen mit dem Schreiben und dem Reisen. Es gibt Interessantes zu Tagebüchern, spirituellen Erkenntnissen und natürlich zu den Gedanken von Pferden ...
Second Life, WWW am 07. und 09.10.2011
Wieder luden Kirsten Riehl und Thorsten Küper zu Lesungen in der elektronischen 3D-Welt Second Life. Diesmal wurde allerdings ein ganzes Festival veranstaltet, das Festival der Liebe, ein Reigen künstlerischer Veranstaltungen, der sich über drei Tage zog. Über neun Monate hatte sich die Planung gezogen, wie die beiden in einer dreiviertelstündigen Videodokumentation verraten, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Über siebzig Künstler aus allen Sparten: bildnerische Künstler ebenso wie Musiker und Schriftsteller.
Zu diesem Fest war ich gleich zweimal geladen, um meine Texte einem interessierten Publikum vorzutragen, einmal am Freitag und einmal am Sonntag. Gleichermaßen gut besucht ‐ rund dreißig Avatare tummelten sich am jeweiligen Lesungsort ‐, lauschten manche gleich zweimal meinen Darbietungen, während andere jeweils einen der Termine wahrnahmen.
An beiden Tagen gab es Prosa, am Freitag auch ein wenig Lyrik. Obwohl es schwierig ist, in Second Life die Reaktionen des Publikums zu erkennen, weil man genau genommen gar nicht wissen kann, ob die Zuhörer, deren Avatare im Saal sitzen, überhaupt noch vor dem Computer sitzen, erfolgt die Anerkennung zwischen den Texten sowie am Ende der Lesung: Das Feedback langt schriftlich ein und reicht vom simplen Dankeschön über vorgefertigte und zumeist halb grafische Begeisterungsäußerungen hin zu ganz persönlichen Worten. Zeit für anschließende Gespräche gab es diesmal nicht, denn das Festival wechselte im Halbstundentakt von einem Künstler zum nächsten.
Der Vorteil solch virtueller Lesungen liegt auf der Hand: Ganz egal, wer wo daheim ist oder sich gerade befindet, kann man Veranstaltungen in Second Life besuchen. Lediglich ein Computer mit Internetanschluss und einem Second Life Viewer wird benötigt, und es kann losgehen. Künstlerische und literarische Veranstaltungen dieser Art sind überregional, sind übernational, sind überkontinental - man kann sie tatsächlich weltweit besuchen und sitzt trotzdem im eigenen Wohnzimmer.
Bibliothek Strobl 08.08.2011
Die Lesung, zu der die Bibliothek in Strobl lud, findet im Rahmen der Strobler Literaturtage statt, die alljährlich vom Leiter der Edition Art Science gemeinsam mit der Organisatorin des Feldkircher Lyrikpreises am Wolfgangsee abgehalten wird. Acht Autorinnen und Autoren treten auf, darunter die beiden Veranstalter Raimund Bahr und Erika Kronabitter. Dass es bei so vielen Autoren ein bunter Abend wird, liegt gewissermaßen auf der Hand, und dennoch ist das Publikum von einer derart abwechslungsreichen Kost überrascht und zeigt sich rasch begeistert.
Walter Baco betätigt sich auch musikalisch und schreibt und inszeniert Hörspiele. Sein Vortrag ist gleichzeitig Literatur und Performance, seine zuhöchst gelungene Darbietung von eigentlich banalen Alltagssituationen bringt die Zuhörenden dazu, Tränen zu lachen. Peter Bosch liest aus seinem Roman, in dem, mit viel Witz und Ironie, so viel passiert, dass einem schon mal der Kopf schwirrt. Ganz anders Roland Alton, der sein Internetbuch vorstellt, einen engagierten und intellektuellen Text über Ethik und darüber, wie man auch heute ressourcenschonend und mit seiner Umwelt im Einklang leben kann; die sich in Vorbereitung befindliche zweite Version dieses Werkes wird auch im Druck erscheinen. Erika Kronabitter stellt Auszüge aus ihrem letzten Roman vor, die Geschichte eines Justizwachebeamten, der sich in ein Netz aus privaten und beruflichen Widrigkeiten verstrickt; dieser Roman ist der zweite Teil einer noch nicht abgeschlossenen Trilogie. Sehr eindringlich beschrieben dann die Geschichte einer alternden Frau, deren Gehör zunehmend nachlässt; sie wird erzählt von Christine Hartmann. Raimund Bahr gibt Kostproben aus einem sich im Werden befindlichen Kriminalroman zum Besten, während Klaus Ebner Kurzprosa und erst kürzlich in Buchform publizierte Stimmungslyrik liest. Zum Abschluss verblüfft Dine Petrik mit ihrer betont rhythmisch gelesenen Prosa, die das Erleben der schauspielerischen Präsenz der Autorin ganz in den Vordergrund stellt.
Trotz einer Parallelveranstaltung des Kirchenchors ist die Lesung sehr gut besucht. Das Auditorium kommt bei dem perfekt gemischten Programm nicht nur auf seine Kosten, sondern bleibt auch danach, bei kleinen Erfrischungen und Snacks, um mit den Künstlerinnen und Künstlern zu plaudern, sie über ihre Bücher und ihre aktuellen Arbeiten zu befragen und sich Anregungen für den nächsten Bücherkauf zu holen. Erst spät in der Nacht leert sich die Bibliothek, und die Autorinnen und Autoren begeben sich in ihre Unterkünfte zurück, wo sie sich während der nächsten Tage kritisch mit den Rohversionen von brandneuen Manuskripten auseinandersetzen.
Café Kafka, Wien 23.04.2011
Internationaler Tag des Buches. Der niederösterreichische Driesch-Verlag, der die gleichnamige Literaturzeitschrift sowie literarische Titel auflegt, lud zur alljährlichen Autorenlesung. Dass der Tag diesmal in die Osterferien fällt, zeigt seine Auswirkung: die Veranstaltung ist nicht so gut besucht wie in den Jahren davor, das Café böte noch Platz ...
Dennoch gehen die Autoren mit viel Freude und Elan an ihre Aufgabe. Sie lesen Prosa und Lyrisches, aus Büchern, die auch während der Veranstaltung zum Kauf angeboten werden, oder aus einer der letzten Nummern der Literaturzeitschrift.
Manche der Autoren sind so gut wie jedes Jahr dabei und stellen Neues aus der eigenen Schreibwerkstatt vor, zumeist Texte, die bereits in Buchform vorliegen: Martin Dragosits etwa, Klaus Ebner, Lidio Mosca-Bustamante und selbstverständlich der Verlagsleiter selbst, Haimo L. Handl.
Die Lesung dauert etwa eineinhalb Stunden, und dann gibt es viel Raum für persönliche Gespräche zwischen Publikum und Autoren. Der Tag klingt aus als das, was er war: ein Tag des Buches.
Buchhandlung Thalia, 1060 Wien 14.04.2011
Im Rahmen des regelmäßigen Veranstaltungsprogramms der Buchhandlung Thalia auf der Wiener Mariahilferstraße fand am 14. April eine Lesung anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens des Arovell-Verlages statt. »Zwanzig Jahre für einen Kleinverlag«, meinte Ilse Ullrich von Thalia in ihrer Einleitung, »das ist schon eine kleine Sensation«. Zu diesem Jubiläum brachte Arovell gleich zwei Anthologien heraus, und die beiden Herausgeber, Klaus Ebner und Christine Werner, sollten den Leseteil bestreiten.
Verleger Paul Jaeg, der eigens aus dem oberösterreichischen Gosau, dem Sitz des Arovell-Verlages, angereist war, plauderte ein wenig aus den Anfängen, davon, wie er als junger Autor seine ersten Bücher bei einem Münchner Verlag publizierte und schließlich beschloss, auch selbst einen kleinen Verlag zu gründen und jährlich zwei Bücher zu verlegen – und daraus wurden inzwischen zwanzig pro Jahr! Die verlegten Autoren stammen aus ganz Österreich, und neben den Verlagstätigkeiten hatte sich die Veranstaltung von Lesungen und Buchpräsentationen herausgebildet, die von den Autoren selbst tatkräftig unterstützt wird.
Die Anthologie Mit Wort und Paukenschlag enthält Prosa und Lyrik einer Gruppe von Arovell-Autoren, die unter der Bezeichnung Erste Wiener Trommelgruppe gemeinsame Aktivitäten setzt. Dieser Name geht darauf zurück, erklärte Paul Jaeg, dass man als wenig bekannter Autor bildlich gesprochen laut Krach schlagen muss, um den Literaturbetrieb auf sich aufmerksam zu machen. Als Herausgeber trug Klaus Ebner sein Avantpropos vor, das alle enthaltenen Autoren kurz charakterisiert. Danach auszugsweise Texte aus dem Buch.
Die Anthologie Die Zuckerlfabrik im Schulbankfach enthält ausschließlich Texte von Frauen ‐ das Buch erschien auch anlässlich des Internationalen Frauentages. Die Herausgeberin Christine Werner begann ihren Part mit einer kleinen Umfrage, etwa, was Sexismus eigentlich bedeutet, und einer Reihe sehr nachdenklich stimmender Anekdoten, etwa Aussagen bekannter Ministerinnen (sic!), die an einer Realität der Gleichberechtigung der Geschlechter durchaus zweifeln lassen. Danach wieder Auszüge aus dem Buch.
Zum Abschluss offerierte die Buchhandlung kleine Aufmerksamkeiten für die beiden Autoren sowie Brötchen und Wein für das Publikum. Ein paar Exemplare der Anthologien wurden gleich vor Ort verkauft, und weitere liegen natürlich auch für die nächste Zeit bei Thalia auf. Zwischen Autoren und Publikum entstanden Gespräche, und die letzten Diskutanten ließen sich schließlich noch bis in die späten Abendstunden im Büchercafé ausmachen.
Alte Schmiede, Wien 28.10.2010
Ein im wahrsten Sinne des Wortes attraktives Motto: wo noch keine/r war. Der Kunstverein Wien lud zu einer literarischen Veranstaltung, zur Vorstellung von Büchern dreier Autoren, die – in sehr unteschiedlicher Weise – zum Thema passen. Reinhard Wegerth präsentiert, moderiert, kommentiert. Die Texte fallen so unterschiedlich aus, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuhören. Denn die Vorträge beginnen bei Kurt Fallnbügl mit in stark wienerisch gefärbten Reiseerzählungen aus Brasilien und Indien, Klaus Ebner führt fünf Millionen Jahre in die Vergangenheit, in einen Familienclan von Australopithecinen, während Winfried Gindl Streifzüge durch Wiener Peepshows und In-Lokale macht. Die drei Autoren werden jeweils kurz vorgestellt und lesen ihre Textauszüge. Anschließend an den literarischen Genuss gibt es eine Diskussion mit den Autoren, wobei die Fragen vom Moderator gestellt werden, der danach dem Publikum das Wort anbietet.
Literaturhaus Wien 06.10.2010
Sein fünfundsechzigjähriges Bestehen feiert der Österreichische Schriftstellerverband. Die Präsidentin Sidonia Binder erzählt aus der ersten Zeit, aus den Jahren unmittelbar nach Ende der Naziherrschaft, als der Verband viermal so viele Mitglieder zählte wie heute. Ebenso führen die beiden Nachrednerinnen Eleonore Zuzak und Marianne Gruber in jene Zeit zurück. Den Höhepunkt des heutigen Abends bildet indes der Abschluss des Kurzprosa-Wettbewerbes, der dieses Jahr durchgeführt wurde. Die fünfköpfige Jury wählte aus den anonymen Einsendungen drei Preisträger und vergab zwei Anerkennungspreise. Die ausgezeichneten Autoren kommen aus Wien, Graz und Salzburg, sind jedoch alle anwesend und lesen ihre preisgekrönten Texte. Den Beginn macht die Siegerin Ursula Wiegele mit einer Geschichte über den Großvater und seine Mondgeschichten. Anschließend der Text von Klaus Ebner über die Sprach- und Buchwelt rund ums Mittelmeer – ein Plädoyer für Toleranz und gegenseitigen Respekt. Marianne Jungmaier präsentiert eine Geschichte um eine Journalistin, die aus dem Leben der Autorin gegriffen sein könnte. Den Abschluss bilden die Beiträge, die einen Anerkennungspreis erhielten. Das ganze Programm wird von den Liedern der Autoren und Liedermacher Wolfgang Ratz und Georg Bydlinski umrahmt, auf Deutsch, Spanisch und Englisch. Zum Ausklang wartet der Schriftstellerverband mit einem reichhaltigen Buffet auf – zum Stärken nach so viel Kultur!
Stadtmuseum St. Pölten 19.05.2010
Ein Jubiläum wie dieses gibt es nicht alle Tage: Die Literarische Gesellschaft St. Pölten (LitGes) feiert ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erschien die vierzigste Nummer der Literaturzeitschrift Etcetera zum Thema »Viertel«. Ob damit signalisiert werden soll, dass mit den fünfundzwanzig Jahren bereits ein Viertel erreicht sei? Immerhin sind 25 Jahre für eine Literaturzeitschrift nicht nur bemerkenswert, sondern geradezu enorm. Dementsprechend fanden sich im Stadtmuseum St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler, Vizebürgermeisterin Susanne Gisela und mehrere Stadträte ein, um gemeinsam mit der Obfrau der LitGes und Herausgeberin von Etcetera Eva Riebler, ihrem Redaktionsteam, Autoren und Literaturinteressierten diese wahrlich beachtliche Tätigkeit über zweieinhalb Jahrzehnte zu feiern. Denn St. Pölten ist, wie der Bürgermeister auch in seiner Rede festhält, ein Literaturstandort von Rang in Österreich. Erinnert wird an die frühen Aktivitäten, an die Zeitschrift das pult von Klaus Sandler und den Limes, der bereits der Vorläufer von Etcetera war.
Die ganze Veranstaltung wird musikalisch vom Ensemble B.U.G.L. umrahmt. Heitere Dialektlieder nach teils bekannten internationalen Hits verleiten zum Schmunzeln und lockern das Programm auf – das Auditorium erfreut es, denn auf diese Weise tankt man Energie für den jeweils nächsten Programmpunkt. Nach einem Tusch übernimmt Ingrid Reichel und präsentiert – unterstützt durch Notebook und Beamer – das letzte Jahrzehnt in der Geschichte der Literarischen Gesellschaft. Namen und Fotos von LitGes-Funktionären sowie von Autoren, die hier publiziert und gelesen haben.
Die Autorenlesungen beginnen mit Klaus Ebner, der seinen in Ausgabe 40 erschienenen Essay Ein Vierterl aufs Viertel liest. Danach drei der LitGes auch durch ihre Funktionärstätigkeit verbundene Autoren: Robert Eglhofer, Wolfgang Mayer-König sowie Texte der nicht anwesenden Doris Kloimstein, die von Ingrid Reichel vorgetragen, das heißt eigentlich in Szene gesetzt werden. Den Abschluss übernimmt Beppo Beyerl mit dem augenzwinkernd sozialkritischen Prosatext Mein Grätzl und einer Zugabe von humoristischen Beschreibungen unterschiedlicher Trinkertypen.
Nach den Lesungen wird das Buffet eröffnet – natürlich ebenfalls musikalisch. Während das Trio B.U.G.L. weitere Nummern darbietet und ein Teil des Auditoriums für den Musikgenuss im Vortragssaal verbleibt, werden im Nebenraum nicht nur das Buffet, sondern auch der Büchertisch und ein beeindruckender Stapel von Etcetera-Nummern umlagert. Schmökern in der Zeitschrift, ein Glaserl Wein oder Mineralwasser, Blättern in den Büchern der Autoren. Und natürlich Gespräche. Gespräche zwischen Schreibern und Lesern, in rasch wechselnden Gruppen, und Gespräche unter den Autoren, jenen, die gelesen haben und jenen, die im Publikum den Darbietungen der Kollegen gelauscht hatten. Etwa gegen elf Uhr nachts wird es wieder still im Stadtmuseum. Man kehrt heim und mancher fährt noch mit den Zug nach Wien oder Linz zurück.
Literaturhaus Wien 28.04.2010
Eine Autorenlesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Das hat Tradition, könnte man meinen, und doch findet heute eine ganz besondere Lesung statt, etwas, das auch für den Schriftstellerverband Neuland darstellt. Der Abend steht unter dem Motto der Vielsprachigkeit. Zweisprachige Autoren, Autoren, die in einer Fremdsprache schreiben, eine neue Heimat in einem anderen Land fanden, Menschen, die Freude an Sprache und Sprachen haben.
Drei Autoren, alle drei männlich - eine Ausnahme, wie Präsentatorin Sidonia Binder betont - und mit einer besonderen Beziehung zu anderen Sprachen. Klaus Ebner schreibt den Großteil seiner Lyrik auf Katalanisch und liest aus seinem in Katalonien erschienenen, zweisprachigen Gedichtband, aber auch aus dem Buch Hominide. Lidio Mosca-Bustamante wuchs in Argentinien auf. Nach Konflikten mit der Diktatur in den Siebziger Jahren kam er nach Österreich, in die Steiermark, welche die Heimat seiner Großeltern war. Er schreibt auf Spanisch und liest aus der deutschen Übersetzung von La Vihuela mágica. Aufgrund der besonderen Umstände sind manche seiner Bücher zuerst in Übersetzung und erst danach auf Spanisch erschienen. Schließlich Kurt F. Svatek. Hauptsächlich Lyriker, dessen Bücher bereits in eine ganze Reihe von Sprachen übersetzt wurden. Nach humoristischen Texten gibt er kurze Einblicke in die Übersetzungen in Afrikaans, Englisch, Französisch und Portugiesisch.
Wie bei allen Lesungen des Schriftstellerverbandes gibt es einen Büchertisch mit den Werken der Autoren, der nach der Lesung eifrig umlagert wird. Die Autoren stehen zu Plauderen in lockerer Atmosphäre bei einem Glas Mineralwasser, Saft oder Wein und Knabbereien zur Verfügung. Es dauert noch mehr als eine Stunde, bis sich die Gesprächsrunden auflösen und im Literaturhaus langsam die Nachruhe anklingt.
Café Kafka, Wien 23.04.2010
Anlässlich des Welttages des Buches lud der erst vor Kurzem gegründete Driesch-Verlag zu einer Lesung mit Autoren ein. Verlagsleiter Haimo Handl stellte die Autorinnen und Autoren kurz vor und las ebenfalls aus eigenen Werken. Prosa und Lyrik hielten sich dabei in etwa die Waage. Der Gedichtvortrag von Stephan Eibel glich gewissermaßen einer Performance, denn er stellte sich mitten ins Publikum, erzählte eine ihm in unserem Kulturbetrieb widerfahrene Geschichte und flocht dazwischen seine Poeme ein, die er auswendig rezitierte. Die anderen Autoren lasen an den Tischen, präsentierten ihre Bücher und gaben Heiteres, Ernstes und durchaus Politisches zum Besten. Martin Dragosits trug aus seinem eine Woche zuvor im Arovell-Verlag erschienenen Lyrikband vor, Franz Blaha versuchte sich mit Besinnlichem, und Klaus Ebner stellte Übersetzungen seiner katalanischen Gedichte sowie eine Erzählung vor. Zum Abschluss kündigte der Driesch-Verlag die erste Nummer seiner Literaturzeitschrift an, die im kommenden Monat erscheint. Mit etwa fünfundzwanzig Besuchern war das kleine Café Kafka ziemlich voll. Nach der Lesung gab es genügend Zeit, um mit den Schriftstellern zu plaudern, doch am längsten hielten es die Autoren selbst aus, die fast bis Mitternacht zum Erfahrungsaustausch zusammensaßen.
Uni-Campus Hörsaal D, 23.03.2010
Die Lesung Lyrik im März ist eine alljährliche Veranstaltung der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Diesmal lasen etwa dreißig Autoren im Pathologie-Hörsaal der Universität Wien. Organisiert wurde Lyrik im März vom Vorsitzenden der GAV Rolf Schwendter und moderiert von Gerhard Jaschke. Der altehrwürdige Saal versammelte Lyriker wie Julian Schutting, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Beppo Bayerl, Semier Insayif, Ruth Aspöck, Klaus Ebner, Bodo Hell, Robert Schindel und andere. Klar, dass bei einer solchen Menge von Autoren jeweils nur wenige Minuten bleiben - doch diese gaben einen wunderschönen Eindruck in die Lyrikproduktion dieses Landes. So verschiedenartig waren die dargebotenen Werke. Lyrische Gedanken im Wechselspiel mit sehr kritischen Betrachtungen sowie sprachlichen Experimenten. Insayif las ein Gedicht, indem Deutsches und Arabisches sich abwechseln, und einander ergänzen. Auch Texte der bereits verstorbenen Autoren Elfriede Gerstl und Gert Jonke durften bei diesem Fest der Lyrik nicht fehlen. Die über hundert Zuhörerinnen und Zuhörer haben das Feuerwerk sprachlicher Höhenflüge sichtlich genossen.
Café Epithet & Synonym, 16.01.2010
Die Internetlesungen der Second-Life-Gruppe Brennende Buchstaben haben inzwischen Tradition. So lud Kirsten Riehl alias Zauselina Rieko am Samstag, dem 16. Januar, wieder zu einer Autorenlesung mit Klaus Ebner. Auf dem Programm standen Gedichte aus dem katalanisch-deutschen Lyrikbankd »Vermells«, Kurzprosatexte aus »Auf der Kippe« und vor allem, denn dies bildete den Hauptanteil an den vorgetragenen Texten, Auszüge eines Reiseessays über den Pyrenäenstaat Andorra. Obwohl die zugrunde liegende Reise bereits 2007 stattfand, erschien der Essay bislang noch nicht in Buchform. Geplant ist die Publikation 2011 in einem Klagenfurter Verlag, wie vom Autor zu erfahren war. Ebner las aus einem Kapitel über die Legenden- und Sagenwelt Andorras sowie über den historischen Schmuggel des Pyrenäenstaates und das Justizsystem. Die Lesung dauerte etwa eine Stunde, und danach gab es Zeit, mit dem Autor über den Text und über Andorra zu plaudern. Second Life verbindet Autoren und Leser überregional und international, da lediglich ein Computer mit Internetzugang und Audiounterstützung benötigt wird.
Café Museum Wien, 04.12.2009
Das Café Museum blickt auf eine lange Tradition kultureller Veranstaltungen zurück. Am 4. Dezember stellen die beiden Autoren Martin Dragosits und Klaus Ebner bereits Veröffentlichtes und Unveröffentlichtes ihrem Publikum vor. Trotz der frostigen Witterung hat sich eine interessierte Zuhörerschaft eingefunden, die es sich an den Kaffeehaustischen bequem macht. Zu hören gibt es alsdann Lyrik und Prosatexte, wobei die Darbietungen unter dem Motto »Jahresende« stehen. Gelesen wird in einem abgetrennten Nebenraum, den die Geschäftsleitung stets zu kulturellen Veranstaltungen vorsieht. Die Lesung dauert fast zwei Stunden, und anschließend diskutieren Publikum und Autoren über einzelne der Texte und die äußeren und inneren Motivationen, die in den Schreibprozess einfließen.
Stiftgassenfest Wien, 07.06.2009
Die Hauptveranstaltungen des Stiftgassenfestes finden rund ums Amerlinghaus im Siebten Wiener Gemeindebezirk statt. In diesem Jahr wurde eine Bühne für literarische und musikalische Darbietungen aufgebaut und direkt davor befinden sich Heurigentische zum Zuhören, Plaudern und Ausruhen. Von 13:00 bis 14:00 ist eine Autorenlesung angesagt, die von den Veranstaltern Verein Exil und Grazer Autorinnen Autorenversammlung als Massenlesung bezeichnet wird. Das Besondere an dieser Lesung: Jeder Autor hat genau drei Minuten Zeit, gemessen mit einer Sanduhr aus dem Glücksschweinchenmuseum des Verlages Das Fröhliche Wohnzimmer und drastisch beendet durch einen lautstarken Gong. Nikolaus Scheibner präsentiert einundzwanzig Autoren, Frauen und Männer, die etwas zu sagen haben. Die Runde geht von Ruth Aspöck und Martin Dragosits über Klaus Ebner, Ilse Kilic, Magdalena Knapp-Menzel, Julya Rabinowich und Bernhard Saupe bis hin zu Roland Steiner, Günter Vallaster und Fritz Widhalm. Prosa und Lyrik, Erzählerisches, Idyllisches und Wortmalerisches, Tradition und Spracharbeit - alles ist hier vereint. Das Publikum lauscht interessiert, und die Büchertische im Hintergrund verzeichnen mehr und mehr Besucher. Die literarische Massenlesung entpuppt sich als gelungener Auftakt zum Stiftgassenfest, das noch bis in die Nachtstunden dauert.
Literaturhaus Wien, 11.05.2009
Die Grazer Autorenversammlung lud zur alljährlichen Lesung zum Tag der Freiheit des Wortes. Im Gedenken an die Bücherverbrennung im Dritten Reich werden Texte vorgetragen, die teils von den Autoren selbst, teils aus der Feder bereits Verstorbener und teils sogar aus Zeitungen stammen. Es sind sehr ernste Texte, harte und schwere Geschichten, Essays und Gedichte. Dass sie in der heutigen Zeit geschrieben werden und wohl auch notwendig sind, zeugt von Defiziten; von Defiziten unserer Gesellschaft, die keineswegs überwunden sind und unter Umständen zu ähnlichen Katastrophen wie jenen der Vergangenheit führen könnten. Den Abend als besinnlich zu bezeichnen verbieten wohl die vorgetragenen Texte. Doch nachdenklich machten sie ganz gewiss.
Café Kafka, Wien 23.04.2009
Buchvorstellung und Autorenlesung des niederösterreichischen Driesch-Verlages. Der Verlagsleiter Haimo L. Handl präsentiert die grenzüberschreitende Anthologie »Grenzschreiben« sowie das neue Buch der Vorarlberger Autorin Sonja Grass. Das Lokal ist das in der Literaturszene gut bekannte Café Kafka, dessen teils vergilbte Plakate aus Literatur, Kunst und Film dem Besucher augenblicklich vermitteln, wo er sich befindet. Am heutigen Abend, dem Welttag des Buches, ist der Gastraum so voll, dass sogar der Kellner kaum mehr zwischen den Stühlen und Tischen hindurchkommt. Mit fast vierzig Besuchern erfreut sich die Lesung eines überaus regen Zuspruchs. Davon zeugt auch der Verkaufstisch in der Mitte, dessen Bücherstapel nach Abschluss der Lesungen rasant dahinschmelzen - sogar Bestelllisten muss der Driesch-Verlag noch auflegen. Neben Handl und Grass lesen der auf Spanisch schreibende argentinische Autor Lídio Mosca-Bustamante sowie Martin Dragosits und Klaus Ebner. Auch deren Bücher werden am Verkaufstisch angeboten. Ein sprühender Textreigen führt von pointierter Lyrik über sprachkünstlerische Aphorismen und szenische Dialoge hin zu satirischer Kurzprosa und zum Nachdenken anregenden Erzählungen. Fast zwei Stunden lang lauschen die Zuhörer geradezu gebannt den Texten der vier Autoren und quittieren jedes einzelne Stück mit begeistertem Applaus. Eine Wertschätzung, welche die Lesenden sichtlich anspornt, die nicht nur Literatur, sondern auch Freude vermitteln. Dass der ursprünglich aus Katalonien stammende Festtag für das Buch in Wien, wie Handl am Beginn sagte, lediglich ein Schattendasein friste, mag zwar stimmen, doch die Abendveranstaltung im Café Kafka, ist wohl eine gelungene und schillernde Ausnahme.
Burgruine Siersburg 05.04.2009
Lyrik-Abend auf der virtuellenBurgruine im elektronischen Second Life. Aus ihren Gedichten lesen vier Autoren: Jutta Dierberg (SL: Naomi Greenberg), Kirsten Riehl (SL: Zauselina Rieko), Jutta Westphal (SL: June Brenner) und Klaus Ebner (SL:Funlyn Oceanlane). Außerdem werden die Gewinner des vor Kurzem von der literarisch sehr aktiven Gruppe Brennende Buchstaben durchgeführten Kurzgeschichtenwettbewerbs vorgestellt. So entsteht eine gelungene Mischung aus Lyrik- und Prosatexten. Bereitstehende Objekte geben Auskunft über die Autoren und deren Veröffentlichungen. Und im Anschluss dürfen die bereits gewohnten Gespräche zwischen Auditorium und Autoren natürlich nicht fehlen.
Burgruine Siersburg 07.03.2009
Die Literaturgruppe Brennende Buchstaben lud zur Autorenlesung im Internet (Second Life). Kirsten Riehl (SL: Zauselina Rieko) organisierte den literarischen Abend mit dem Wiener Autor Klaus Ebner (SL: Funlyn Oceanlane). Im Vorfeld wurde die Lesung von der einschlägigen Presse angekündigt, etwa im Virtual World Info (1.3.09) und im Magazin Touch (Feb/Mar 09). Veranstaltungsort ist die virtuelle Burgruine Siersburg. Die Lesung beginnt ein paar Minuten nach einundzwanzig Uhr, weil manche der Zuhörer erst treffen. Dann aber geht es los; zuerst mit Kurzprosa, dann mit einer längeren Erzählung. Klaus Ebner liest im Laufe der Stunde aus seinen drei veröffentlichten Büchern. Auf besonderes Interesse stoßen die Auszüge aus Hominide, jener Erzählung, die vergangenen Oktober im Wiener FZA Verlag erschien. Den Abschluss bildet ein ganz neuer Text.
Die Lesung im elektronischen Second Life, das im Internet weltweit zugänglich ist, bietet die Möglichkeit, der Autorenlesung ganz dezentral zu folgen. Egal, ob die Zuhörer in Deutschland, Österreich, Norwegen oder in den USA sitzen - heute Abend sind sie auf der Burgruine live dabei!
Nach der abwechslungsreichen Lesung ist Zeit für Fragen, die von allen Anwesenden mit Begeisterung wahrgenommen wird. Da geht es um die Ursprünge von Hominide, um den Weg von traditionellen Lesungen zu einer solchen in Second Life und um die Sprache. Als dem Publikum bekannt wird, dass Ebner auch Lyrik auf Katalanisch schreibt, bittet man um eine Kostprobe. Der Autor liest daraufhin eines seiner katalanischen Gedichte, gefolgt von der deutschen Übersetzung. Das Gespräch mit dem Autor dauert bis kurz vor elf Uhr, also fast genauso lang wie der Lesungsteil. Interessante Prosatexte, eine angenehme Vortragsweise und Einblicke ins literarische Schaffen eines Wiener Autors - alles in allem ein gelungener Abend im virtuellen Saarland.
KulturLaden Westend, München 23.02.2009
Literaturabend in Münchens Westend: eine Autorenlesung zum Thema Beziehungsweisen. Das Ambiente: ein illustres, wo doch der KulturLaden in der Münchner Literaturszene einen guten Namen hat. Die Autoren: Klaus Ebner aus Wien und Carmen Mayer aus Ingolstadt. Das Programm: Prosatexte der beiden, abwechselnd gelesen, garniert mit Informationen aus den Autorenviten und darüber, wie eine Autorin aus Ingolstadt und ein Autor aus Wien einander kennen lernten. Aus dem Hamburger BOOKSun-Verlag stammt die Anthologie Gefühlte Welt, die unter anderem Kurzgeschichten der Lesenden enthält. Die Texte des heutigen Abends: die Prosastücke Eitelkeiten und Flashback von Carmen Mayer sowie Das Pendel und Papierflieger von Klaus Ebner. Auszüge aus Mayers soeben erschienenem Kriminalroman Eiswein (BOOKSun) sowie Ebners Kurzprosaband Auf der Kippe (Arovell). Zum Abschluss eine bislang unveröffentlichte Erzählung. Der Rosenmontag: als Veranstaltungsdatum vielleicht nicht ideal gewählt, im KulturLaden tummeln sich normalerweise größere Besucherscharen als heute. Trotzdem: ein gelungener Abend der Literatur mit angeregten Gesprächen und Büchertisch.
Alte Schmiede, Wien 09.02.2009
Nicht im modernen Zubau findet die heutige Lesung statt, sondern direkt in der Schmiede, jener musealen Einrichtung, die dem Besucher im Zentrum Wiens das Schmiedehandwerk vergangener Jahrhunderte vor Augen führt. Ganz hinten, mittig, die Esse und ihr metallener Abzug, die Wände behangen von einer Vielzahl eiserner Schmiedewerkzeuge: Zangen, Stifte, Ösen, Hämmer. Der Boden grobschlächtig, unbehandelte Holzbohlen, mit den Abnutzungsspuren Tausender Besucher. In die Mitte des Raums wurden zwei Tische gestellt, bestückt mit Mikrofonen, deren Modernität zwischen den alten Werkzeugen geradezu anachronistisch wirkt.
Wenige Minuten nach acht nehmen die Moderatorin, Katharina Riese, und der erste Autor, Klaus Ebner, an den beiden Tischen Platz und begrüßen das Publikum, eine Vierzigschaft, welche die andere Hälfte der Schmiede bis auf die letzten Sitzplätze und darüber hinaus füllt. Aus dem bei Arovell erschienenen Band Auf der Kippe liest Ebner Kurzprosa - Lyrisches ebenso wie Witzig-Skurriles und sehr nachdenklich Stimmendes als formbewusste Ein-Satz-Geschichten. Josef Kleindienst, der bereits mit Theaterstücken und Hörspielen auf sich aufmerksam machte, gibt Proben aus dem Romanmanuskript An dem Tag, als ich meine Friseuse küsste, sind viele Vögel gestorben - sprachlich kurz gehaltene, nahezu reportagehafte Sequenzen mit skurril-humorvollen Wendungen. Anschließend präsentiert Robert Stähr ein Kapitel seines im Mitter Verlag erschienenen Buches Von Hause fort - Szenen aus dem Leben eines In-sich-Gekehrten, eines vielleicht sogar labilen Charakters.
Die Lesungen stehen unter dem Motto: Im Getriebe, Systemgefühle, Männerporträts. Unter diesem Gesichtspunkt beginnt das abschließende Gespräch mit den Schriftstellern. Einsichten in Geschriebenes und zu Literatur Gewordenes - Aussichten auf Zukünftiges, das von diesen Autoren noch zu lesen sein wird? Katharina Riese stellt Fragen, gebiert Hypothesen zum öffentlichen Disput, bindet das Auditorium ein. Die Lesungsbesucher diskutieren jedoch mehr mit der Moderatorin und suchen das Gespräch mit den Autoren erst nachher, im persönlichen Gegenüber. Als dann am Veranstaltungsort allmählich die Lichter ausgehen, setzt sich der Großteil der Anwesenden in Richtung eines nahe gelegenen Innenstadtlokals in Bewegung: Essen und Literatur - der gemütliche Plausch hält das alles zusammen.
Literaturhaus Wien, 17.12.2008
Die Lesungsreihe des Österreichischen Schriftstellerverbandes ist seit vielen Jahren ein Fixpunkt im Veranstaltungsprogramm des Wiener Literaturhauses. Für heute Abend sind die Autoren Klaus Ebner, Günther Stingl und Boško Thomašević geladen, um aus ihrem Werk zu lesen. Wie gewohnt, werden die Lesenden von Alfred Warnes dem Publikum vorgestellt. Den Beginn macht Klaus Ebner. Alfred Warnes betont, dass sich auch Wolfgang Ratz unter den Zuhörern befindet, der Ebners Kurzprosabuch Auf der Kippe - mit Begeisterung - für die aktuelle Ausgabe des Literarischen Österreich rezensierte. Ebner liest anschließend Prosatexte aus zweien seiner Bücher und endet seinen Part mit einer neuen, unveröffentlichten und sprachlich ungewöhnlich rhythmisch und prägnant gestalteten Kurzgeschichte über eine Kindesweglegung. Warnes dankt dem Autor in einem speziellen Nachwort ganz besonders, dass er mit diesem Text dem Publikum einen unverhüllten Blick in die Werkstatt seines Schreibens ermöglicht hat. Günther Stingl hat sich vor allem mit Theaterstücken und Hörspielen hervorgetan. Die vorgetragene Erzählung ist dialogisch aufgebaut und vermittelt einen sehr lebendigen Einblick in Mann-Frau-Beziehungen, wobei die Rollen der Protagonisten quasi vertauscht sind und daher umso klarer wirken. Alfred Warnes weist auf die Gedenkschrift hin, welche dieser Tage zum bevorstehenden sechzigsten Geburtstag des Autors erscheint. Als Dritter präsentiert der aus Serbien stammende Boško Thomašević Lyrik, mit Themen, die er bei seinen Aufenthalten in vielen europäischen Ländern zusammentrug. Dabei wird jedes Gedicht zweimal vorgelesen - in Anlehnung an Hilde Domin, bei der er, wie er sagt, dieses wirkungsvolle Verfahren kennen lernte. Die Lesung schließt mit einem kleinen Imbiss sowie der Möglichkeit, die neuesten Bücher der Autoren zu erwerben.
Weihnachtsmarkt Karlsplatz, Wien 07.12.2008
Das Ambiente: ein Weihnachtsmarkt mit langjähriger Tradition, Kunsthandwerk vom Feinsten und jede Menge Besucher. Die Idee: Global 2000 teilt sich einen Pavillon mit österreichischen Biowinzern (jedes Wochenende wird ein anderer Bio-Weinbauer mit seinen Produkten vorgestellt) und veranstaltet ein vielschichtiges Kulturprogramm, von der Eisskulptur über Literatur und Theater hin zu Filmen aus dem Independent-Genre - diese Kombination gibt dem Pavillon eine ganz besondere Note. Der 7. Dezember gilt vier Autorinnen und einem Autor, die den ganzen Nachmittag über aus ihren Texten lesen. Für eine sehr gefühlvolle und stimmige musikalische Begleitung sorgt DJ Skythman, der die Musik niemals zu laut werden lässt, sodass man sich immer noch unterhalten kann. Den Lesereigen eröffnet Sidonia Binder mit Lyrik, dann folgen Klaus Ebner mit Kurzprosa sowie Mechthild Podzeit-Lütjen, Hannah Seth und Gertraud Klemm mit weiteren Gedichten und Prosatexten. Alle fünf gehören dem Österreichischen Schriftstellerverband an. Jakob Gurschler von Global 2000 führt durch das Programm und stellt jedem Autor ein paar Fragen, die natürlich mit dessen Texten, aber auch mit der Einstellung zu Umweltgedanken zu tun haben. Das ermöglicht dem Publikum, die Schriftsteller noch ein Quäntchen besser kennen zu lernen. Manche der Zuhörenden verschwinden mal kurz für eine Runde durch den Kunstmarkt und kehren dann wieder, um Literatur und Musik und vielleicht auch ein Glas Biowein zu genießen.
Café Raimann, Wien 29.11.2008
Im zwölften Wiener Gemeindebezirk befindet sich das Café Raimann, ganz in der Nähe der Meidlinger Hauptstraße. Regelmäßig finden hier Autorenlesungen statt, und dazu wird das, normalerweise rauchfreie, Extrazimmer verwendet. Im Hintergrund ein abgedeckter Billardtisch und gleich davor der Platz der Autoren, beleuchtet von mehreren Lampen mit grünen Glasschirmen, welche treffenderweise an die Atmosphäre im Lesesaal der Nationalbibliothek erinnern. Peter Schaden, der Inhaber des FZA-Verlages, eröffnet den Literatursalon mit ein paar Worten zu Verlag und Werkstattpreis und stellt die Bücher des diesjährigen Programms vor. Klaus Ebner liest am Beginn aus seiner Erzählung Hominide und führt die Zuhörer in eine skurril modern anmutende Welt zentralafrikanischer Australopithecinen. Der Nürnberger Wolfgang Wurm schließt mit Gedichten aus seinem Band Dritter Ort an, die geradewegs aus dem Leben sprechen. Nach einer kurzen Pause treten die Autoren der Schwechater Satiretruppe Dienstag nach Vorschrift an und geben Texte aus ihrer Anthologie zum Besten, Kabarettstücke, die den Zuschauern Lachtränen in die Augen treiben. Das Programm entpuppte sich somit als eine sehr bunte und interssante Mischung. Mit den mehr als fünfundzwanzig Gästen ist der Leseraum überdies sehr klein geworden. Doch auch nach den Darbietungen tummelt sich alles um Büchertisch und Autoren, die persönlichen Gespräche zum Ausklang dauern fast bis Mitternacht.
Lhotzkys Literaturbuffet, Wien 18.09.2008
Das Literaturbuffet befindet sich in der Rotensterngasse im 2. Wiener Gemeindebezirk. Eine kleine Buchhandlung mit ein paar Café-Tischen, an denen nicht-alkoholische Getränke gereicht werden. Die Größe erinnert an ein gutbürgerliches Wohnzimmer, und dies ist auch die Atmosphäre, in der die Autoren des Arovell-Verlages aus ihren Werken lesen. Frau Dr. Sonja Gamsjäger vom Verlag stellt die vier Autoren jeweils vor ihrem Auftritt vor. Am Büchertisch sind die Neuerscheinungen aller Wiener Autoren des Arovell-Verlages erhältlich. Die Lesungen von Hannah Seth, Klaus Ebner, Daria Hagemeister und Christine Werner dauern bis etwa 21 Uhr. Danach gibt es noch eine Menge zu beplaudern zwischen Autoren und Zuhörern.
Galerie Kranister, Klosterneuburg 27.06.2008
Galerie und Literaturverein luden zu einer Nacht der Kultur, zu einer Nacht der Literatur. Lesungen und Musikdarbietungen lösen einander ab - was um 19 Uhr beginnt, endet erst knapp vor Mitternacht. Daria Hagemeister liest aus ihrem afrikanischen Roman und Philip Hager aus seinem Erstling, beide erschienen bei Arovell. Klaus Ebner gibt eine Erzählung aus seinem ersten Buch zum Besten, und Ewald Baringer brilliert mit geradezu anekdotenhaften Prosatexten aus seinen Publikationen, während Hannah Seth aus ihrem Debütroman vorträgt. Ein volles Haus mit über sechzig Besuchern, ein technisch exzellent umgesetztes Miteinander von Kunst, Musik und Literatur, kulinarische Köstlichkeiten und eine wunderbare Atmosphäre vervollständigen das Bild dieser einzigartigen Lesung.
Amerlinghaus, Wien 15.05.2008
Es ist die erste Lesung, die der oberösterreichische Arovell-Verlag im Amerlinghaus veranstaltet. Vorgestellt wird das diesjährige Programm, und die Wiener Autoren Martin Dragosits, Klaus Ebner, Karin Gayer, Hannah Seth, Philip Hager und Christine Werner lesen aus ihren Neuerscheinungen. Kurzprosa, Romanauszüge, Lyrik - alle Gattungen sind vertreten. Die Lesung ist sehr gut besucht, wegen des großen Andrangs müssen noch weitere Stühle in den Raum gebracht werden. Die Veranstaltung dauert - inklusive Pause - fast zwei Stunden. Die Mitarbeiter des Arovell-Verlages legen die Bücher der heurigen Produktion auf einem Büchertisch auf, wo Zuhörer, die Gefallen an einem oder mehreren der Texte gefunden haben, diese gleich mitnehmen können. Zum Ausklang des Abends wechselt dann so mancher in den Gastronomiebereich des Amerlinghauses im Erdgeschoß.
Café Kafka, Wien 18.04.2008
Der Wiener FZA-Verlag lud zu einem literarischen Abend im Café Kafka. Der Verlagsleiter Peter Schaden präsentierte dem Publikum die Erfahrungen aus dem Wiener Werkstattpreis 2007, dessen Autoren zu diesem Anlass vorgestellt wurden. Eine Broschüre des Verlages sammelt die Texte der zehn am besten bewerteten Texte. Der Wiener Werkstattpreis ist ein Publikumspreis, der alljährlich vergeben wird. Thomas Havlik und Anna Zajac eröffneten den schriftstellerischen Reigen und stellten Proben aus ihrem Werk vor. Danach las Klaus Ebner, der Gesamtsieger sowie Spartensieger für Prosa und Essay, seine preisgekrönte Erzählung Der Flügel Last. Den Abschluss bildete Wolfgang Kindermann mit Lyrik. Das kleine Café Kafka hat sich inzwischen einen Namen in der Literaturszene der Stadt gesichert. Der FZA-Verlag nutzte es bereits mehrmals als Forum, um seine Autoren der Öffentlichkeit vorzustellen. Für den Herbst ist die Herausgabe einer Anthologie mit Texten der Werkstattpreisautoren geplant sowie ein Buch des Gesamtsiegers.
Café Kafka, Wien 30.11.2007
Der Literatursalon des Wiener FZA-Verlages hat bereits Tradition. Im kleinen Café Kafka stellt Peter Schaden seinen Verlag vor. Zu den diesjährigen Neuerscheinungen zählen zwei Lyrikbände und eine Anthologie zum Thema Reisen. Und zu dieser Thematik lesen Melamar und Klaus Ebner Impressionen aus Rumänien respektive Andorra. Erzählende Texte der beiden Autoren sowie der Dritten im Bunde, Christiane Neppel aus Graz, runden den literarischen Ohrenschmaus ab. Danach vertiefen sich Schriftsteller, Verlagsleiter und Publikum in angeregtes Geplauder, und es dauert noch eine ganze Weile, bis der - draußen nasskalte - Abend ausklingt.
Literaturhaus Wien, 19.11.2002
Eine Veranstaltung des Österreichischen Schriftstellerverbandes präsentiert drei Autoren dem Publikum. Das Literaturhaus ist wie gewohnt gut besucht, und Alfred Warnes stellt jeden mit kurzem Lebenslauf und Hinweisen auf die Publikationen vor. Ilse Scherr liest Prosatexte, Klaus Ebner trägt eine skurrile Erzählung vor, und Edith Haider wählt Prosa und Lyrik für ihre Darbietung. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, mit den Autoren persönlich zu plaudern und sich ein Buch signieren zu lassen.
Kulturtage St. Lambrecht 21.06.1986
Fünf Stunden fuhren wir nach St. Lambrecht in der Steiermark, kauften unterwegs etwas zu essen und machten erst nach dem Semmering Pause. Wir sprachen sehr viel über uns, über unser Leben, unsere zerbrochenen Beziehungen usw. Fünf Minuten vor Beginn der Lesung kamen wir an. Einige Zuhörer saßen bereits drinnen, andere standen vor der Tür. Wir wurden zu Karl geführt, eigentlich Pater Karl, einem Pfarrer, der Jeans trägt. Ein sehr lustiger und netter Mensch. Als er mich dem – kleinen – Publikum vorstellte, erwähnte er die Veröffentlichung im Sterz, den er vor den anwesenden Schülern wie eine lokale Berühmtheit behandelte. Aus mehreren Gründen las ich Paradigma gar nicht erst vor. Bei einzelnen Texten fühlte ich mich ziemlich unwohl, weil einen Tag zuvor, wie wir vom Pater erfuhren, ein dreizehnjähriges Kind der Gemeinde Selbstmord begangen hatte. Für meinen Lutèce-Lyrikzyklus erhielt ich Sonderapplaus, der mich freute und verwunderte, ebenso wie Peters Bemerkung, der Zyklus sei gelungen und gefalle ihm. Auch zwei meiner Erzählungen kamen gut an. Danach unterhielten wir uns im Büffet über Literatur. Das Gespräch war so anregend, dass ich beschloss, mir Das Kalkwerk von Thomas Bernhard zu kaufen. Nachher bekamen wir von Karl im Refektorium zu essen, und wir unterhielten uns wieder über Literatur und über unsere Lesung. Bis ein Uhr nachts redeten wir, dann erst führte er uns zu den Betten. So müde wie wir waren, konnte uns auch die Kälte, die zwischen den Klostermauern herrschte, nichts mehr anhaben.
Kulturecke Südstadt 20.06.1986
Ungewöhnlich war sie, die Ausstellung im Einkaufszentrum Südstadt. Die Autoren Klaus Ebner, Peter Seifert und Gerhard Zens präsentierten nämlich ihre "optischen Texte". Das sind Gedichte, deren äußere Form ein Bild vermittelt - so etwa der vielfach geschriebene Satz Fighting for peace?, deren Umrisse die Form eines Panzers ergeben, oder die Wörter Baum, Apfel, Stamm und Wurzel in einer Weise angeordnet, dass ein Apfelbaum entsteht. Im Anschluss an die Eröffnung lasen die drei Autoren in der benachbarten Pizzeria aus ihrem Werk. Die optischen Texte können in den nächsten Wochen während der Geschäftszeiten besichtigt werden.